Oliver Barlen

 

1964 geboren in Salzgitter

1990 Meisterschüler (UdK Berlin)

lebt und arbeitet in Berlin

 

Über meine Kohlezeichnungen

„Ich bin gespannt auf jedes neue Blatt. Ich will überrascht werden. Deswegen ziehe ich meine Linien nicht mit dem Lineal, sondern frei, der Schwerkraft folgend, und benutze das spröde Material Zeichenkohle.

Dadurch entstehen die vielen Zufälligkeiten, die das Aussehen der einzelnen Striche beeinflussen: Die Unregelmäßigkeiten des Kohlestücks, darin erhaltene Ästchen und Maserungen, führen zu unterschiedlichen Linienstärken oder gar Brüchen. Die Unwägbarkeiten des Ansatzwinkels, der Andruckstärke und Drehung des kürzer werdenden Kohlestücks sorgen für Irritation. Auch meine Körperreaktionen, Atmung und Herzschlag während der langsamenArmbewegung, führen zu Schwankungen. So machen meine Kohlezeichnungen die Bildentstehung als physischen Akt sichtbar.

Trotz aller Setzungen (Format, Linienstil, grundlegendes Kompositionsprinzip) ist das Ergebnis in seinen Details und in der Gesamtwirkung nicht vorhersehbar. Dazu kommt das überraschende Zusammenspiel der vielen Linien als Struktur, das dadurch entsteht, dass jede neue Linie die in der vorherigen vorhandenen Impulse aufnimmt und abwandelt. Die Schönheit meiner Arbeiten entsteht dabei aus der freudigen Akzeptanz aller zufälligen Abweichungen vom Grundprinzip der geometrischen Linie.“

(Oliver Barlen)

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/ english version /

CV

1964 born in Salzgitter (Germany)

1990 Master (UdK Berlin)

living in Berlin

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About my Charcoal Drawings

„I am excited about every other drawing. I want to be surprised. This is the reason why I am not drawing my lines with a ruler but freehanded, following gravity, using the brittle material charcoal.

The result is contingency, that influences each stroke: Irregularities of the actual used piece of charcoal, the small branches and woodgrain it contains, result in varying weights or fractures. The influences of angle, pressure and twist of the shortening charcoal are imponderable. Reactions of my body, the breaths and heartbeats during the slow movement of my drawing arm cause further irritations. That’s the reason why my charcoal drawings are visualisations of creativity as a physical act.

Despite all determinations (like format, style and composition) I could never predict the result in detail. Another factor is the interaction of all lines as a structure. Each new line reacts on the one I drew before, imitating and simultaneously varying it. The beauty of my works results from a joyful acceptance of all arbitrarities they include.“

(Oliver Barlen)